Arzt soll zeitnah dokumentieren, sonst ist Bericht wertlos: KG 10-01-13

Ein Arzt aus Berlin operierte den späteren Kläger und führte nach eigenen Angaben ein sog. Shaving durch. Das sah der mittlerweile an Schmerzen leidende Kläger anders - der Arzt habe kein Shaving durchgeführt, was er aber hätte tun sollen und müssen.

Der Arzt verwies auf seinen Operationsbericht. Da war die Durchführung des Shavings vermerkt. Der OP-Bericht datierte drei Tage nach der Operation. Soweit alles gut, könnte man meinen. Allerdings stellte sich heraus, dass der Bericht erst über ein Jahr nach der Operation erstellt wurde.

Das KG erkannte auf das Vorliegen eines Behandlungsfehlers und verurteilte den Arzt zur Zahlung von Schadensersatz, da er die Durchführung des Shavings nicht nachweisen konnte. Auf Grund des zeitlichen Abstandes zwischen OP und Erstellung des Berichts ging das Gericht davon aus, dass der Bericht keinen Beweiswert mehr hatte. In dem Tenor der Entscheidung führt das KG aus: „Eine richtige und vollständige Dokumentation einer OP gelingt, was in der Natur der Sache liegt, nur, wenn diese zeitnah erfasst und von dem Erinnerungsvermögen des Operateurs noch getragen ist. Dies trifft jedenfalls zu, wenn das Protokoll – was ideal wäre – während der OP diktiert, jedenfalls jedoch unmittelbar danach erstellt wird. Welche Zeitspanne im einzelnen Fall dafür noch genügt, kann hier dahinstehen ...

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