Abgewählte Betriebsratswahl

Erinnern Sie sich noch an Chattanooga in Tennessee und die Betriebsräte? Nun, wir hätten nicht nach Tennessee gehen müssen, um Widerstand gegen Betriebsräte im eigenen Betrieb zu entdecken, Königssee in Thüringen hätte gereicht. Was dort nach einem Bericht des Portals TLZ Online geschieht, liest sich ganz ähnlich: Belegschaft will Betriebsrat verhindern. Verkehrte Welten?

In dem 91-köpfigen Betrieb, der Bandagen (weiche?) herstellt, soll eine Betriebsratswahl stattfinden. erstmalig. Dann kommt ein Aufruf zur Unterschriftenliste gegen – Sie lesen richtig – gegen die geplante Wahl. Das passiert an sich gar nicht so selten, im Mittelstand allemal. Arbeitgeber, die Berührungsängste mit dem BetrVG haben, dürfen sich in bestimmten Grenzen wehren und auch Mitarbeiter mobilisieren. Man sollte nur aufpassen, dass die Grenze zur Behinderung nicht überschritten wird. Nach § 119 BetrVG ist die Behinderung einer Betriebsratswahl für jedermann (und -frau) strafbar, nicht nur für den vielleicht dahinter die Fäden ziehenden Arbeitgeber.

Ungewöhnlich ist hier aber schon, wie weit die Meinungsäußerung der Gegner innerbetrieblich geht. Sagenhafte 66 Arbeitnehmer haben nämlich unterschrieben, Urlaubs- und Krankheitsabwesenheiten einkalkuliert, dürfte damit schon die Besetzung eines Wahlvorstandes schon schwer werden ...

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