Merkantile Wertminderung bei Unfall mit Oldtimer

Der Fall:

Wir haben kürzlich für einen unseren Mandanten vor dem Amtsgericht Frankfurt eine merkantile Wertminderung in Höhe von 1.000,00 Euro für die unfallbedingte Beschädigung eines historischen Porsche 911 durchsetzen können. Das Fahrzeug war im Frontbereich, maßgeblich im Bereich des Kotflügels, erheblich beschädigt worden. Außergerichtlich hatte ein auf Oldtimer spezialisierter Sachverständiger bereits in einem separaten Wertminderungsgutachten denjenigen Betrag ermittelt und ausführlich begründet, der letztlich auch zugesprochen wurde. Gleichwohl weigerte sich der gegnerische Haftpflichtversicherer, den Wertminderungsschaden zu regulieren. Dabei zog man sich u.a. darauf zurück, dass das Fahrzeug bereits sehr alt sei und allein aufgrund des Austauschs eines Kotflügels und einer erforderlichen Neulackierung eine Wertminderung nicht angenommen werden könne.

Der gerichtlich bestellte Sachverständige bestätigte letztlich unsere Argumentation vollumfassend und hielt insbesondere fest, dass neben einer merkantilen Wertminderung auch eine technische Wertminderung wegen zwischenzeitlich veränderter Bauteile in Betracht komme. Der geltend gemachte Wertminderungsbetrag sei daher in jedem Falle gerechtfertigt.

Das Gericht schloss sich in seiner Entscheidung unserer Argumentation und den Argumenten des Sachverständigen an.

Die Konsequenz:

Auch und gerade bei älteren Fahrzeugen kann eine merkantile Wertminderung nach vollständig repariertem Unfallschaden verbleiben. Entscheidend ist, ob der Unfallschaden im Falle der Veräußerung des Fahrzeugs offenbarungspflichtig wäre und der Schaden einen potentiellen Käufer veranlassen würde, eine Herabsetzung des Kaufpreises erzielen zu wollen ...

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