Steuerrechtlicher Wohnsitz des „Weltenbummlers“ bleibt in der Schweiz (BGE 138 II 300)

Ausgangslage Die Eheleute X wohnten gemeinsam in der Schweiz. Im Januar 2005 meldete sich der Ehemann ab und gab als neue Adresse "Weltenbummler" an, während die Frau allein in der Schweiz zurück blieb. Für die Steuerveranlagung 2005 wurden der Ehefrau die Einkommens- und Vermögensanteile des Ehemannes aufgerechnet. Dagegen erhob sie Einsprache, welche aber erfolglos blieb. Das Steuergericht als nächste Instanz hingegen wies die Beschwerde der Ehefrau teilweise gut. Die Steuerverwaltung wurde demnach angewiesen die Ehefrau neu zu veranlagen und die Einkommensfaktoren des Ehemannes nur zur Satzbestimmung zu berücksichtigen. Die beim Kantonsgericht dagegen erhobene Beschwerde der Steuerverwaltung wurde abgewiesen. Gegen diesen Entscheid legte sie Beschwerde beim Bundesgericht ein. Aus den Erwägungen Bei der direkten Bundessteuer gilt für verheiratete Personen grundsätzlich die Ehegattenbesteuerung: In Anwendung von Art. 9 DBG wird das Einkommen der Ehegatten – unabhängig vom ehelichen Güterstand – zusammengerechnet. Voraussetzung ist, dass die Eheleute in rechtlich oder tatsächlich ungetrennter Ehe leben. Damit ist auch klar, dass Ehegatten, welche rechtlich oder tatsächlich getrennt leben, separat besteuert werden. Im vorliegenden Fall hat sich der Ehemann abgemeldet. Aber selbst wenn die Ehegatten dadurch verschiedene Wohnsitze haben, bedeutet das nicht, dass ihre Ehe rechtlich oder tatsächlich getrennt ist, und eine separate Besteuerung erfolgen muss ...Zum vollständigen Artikel


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