“Schredder-Mann” arbeitet nun dem Bundespräsidenten zu

Bundespräsident Gauck: Ehrungen mit System

Sensibilität geht anders: Der als “Schredder-Mann” bekannt gewordene Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz, der nach der Entdeckung der Terrorzelle “NSU” Akten im Bundesamt vernichten ließ und damit nicht nur für das vorzeitige Ausscheiden des damaligen Verfassungsschutzpräsidenten Heinz Fromm sorgte, sondern dem Verfassungsschutz in der Bundesrepublik eine Vertrauenskrise bislang ungekannten Ausmaßes beschert hat, arbeitet jetzt dem Bundespräsidenten zu. Er wurde in das Bundesverwaltungsamt versetzt und ist dort nach meinen Recherchen für “Ehrungsaufgaben des Bundespräsidenten” zuständig. Darunter fallen beispielsweise Glückwünsche des Bundespräsidenten ab dem 100. Geburtstag oder die Ehrenpatenschaft des Staatsoberhauptes für das siebte Kind einer Familie. Als ich die Beauftragte der Bundesregierung für die Angehörigen der Opfer des NSU, Barbara John, fragte, was sie darüber denke, vermutete Frau John zunächst einen Scherz. Das Bundespräsidialamt fand meine Anfrage weniger lustig: “Zu Personangelegenheiten sagen wir grundsätzlich nichts”, sagte mir ein Sprecher ruppig. Und ergänzte: Der Bundespräsident selbst sei nur mit der Ernennung von Spitzenbeamten befasst. Das bedeutet wohl soviel wie: Wer ihm beim Bundesverwaltungsamt zuarbeitet, bekommt Joachim Gauck gar nicht mit – und interessierte ihn bislang offenbar auch nicht. Auch im Bundesverwaltungsamt fand man nichts bei der Personalie. Die Sprecherin des Amtes erklärte mir, da es sich um eine Personalentscheidung unterhalb der Besoldungsgruppe “A16″ gehandelt habe, sei ihr Amt allein tätig geworden. Nur bei “wichtigeren” Stellen schalte sich das vorgesetzte Bundesinnenministerium ein. Überhaupt habe man gerade mehr als eintausend neue Mitarbeiter bekommen ...Zum vollständigen Artikel


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