Die negative Entwicklung eines geschlossenen Immobilienfonds

Kann ein Anleger nicht zweifelsfrei beweisen, dass er von der vermittelnden Vermögensberatungsgesellschaft falsch beraten worden ist, besteht kein Anspruch auf Schadensersatz, wenn die Ausschüttungen stetig sinken und letztendlich ausbleiben.

So das Landgericht Coburg in dem hier vorliegenden Fall eines Ehepaares, das wegen Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds gegen die vermittelnde Vermögensberatungsgesellschaft und die finanzierende Bank wegen angeblicher Falschberatung geklagt hat. Die klagenden Eheleute beteiligten sich im Jahr 1997 mit jeweils 25.000,00 DM an einem geschlossenen Immobilienfonds. 35.000,00 DM hiervon finanzierten sie bei der später mitverklagten Bank. Die Anlage wurde ihnen von einer Vermögensberatungsgesellschaft vermittelt, deren Berater die Eheleute schon seit 1988 in Anlagefragen betreute. Die Anlage entwickelte sich aber nicht wie im Prospekt vorhergesagt. Anstatt zu steigen sanken die Ausschüttungen bereits ab dem Jahr 2000 und wurden 2006 vollständig eingestellt. Die Eheleute behaupteten nun eine Vielzahl von Beratungsfehlern. Sie seien u. a. nicht darüber aufgeklärt worden, dass bei einem geschlossenen Immobilienfonds ein völliger Verlust des eingesetzten Kapitals möglich sei. Sie seien über die Möglichkeit die Beteiligung zu verkaufen getäuscht worden. Ihnen sei zudem überhaupt nicht klar gewesen, dass sie sich an einem Unternehmen beteiligen würden. Deshalb wollten sie ihre Beteiligung an die Vermögensberatungsgesellschaft und die finanzierende Bank übergeben und dafür das gesamte eingesetzte Kapital sowie 4 % Zinsen pro Jahr als entgangenen Gewinn bekommen. Die Beklagten gaben an, dass die Kläger ausreichend aufgeklärt worden seien. Dem klagenden Ehepaar sei es im Wesentlichen um eine Steuerersparnis gegangen. Sie hätten über 10.000,00 Euro Steuern durch die Fondsbeteiligung gespart ...

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