Der “Zschäpe-Flüsterer” vom BKA

Beate Zschäpe und ihr Verteidiger Wolfgang Heer (Archiv)

Den Ersten Kriminalhauptkommissar (EKHK) beim BKA Rainer B. kann man getrost als eine rheinische Geheimwaffe des Bundeskriminalamtes bezeichnen. Wortgewand mit offenbar unerschütterlicher guter Laune, viel Faktenwissen über den “Nationalsozialistischen Untergrund”, aber auch gute Kenntnisse über die Besonderheiten deutscher Wetterphänomene oder die Reize der Insel Fehmarn in früheren Zeiten.

Heute war er als Zeuge geladen, weil er Beate Zschäpe am 25. Juni 2012 bei einer Reise nach Gera begleitet hatte. Zschäpe wurde an diesem Tag aus dem Gefängnis in Köln in die Haftanstalt Gera und wieder zurück gebracht, um Zschäpe so einen Besuch ihrer Mutter und der hochbetagten Großmutter zu ermöglichen.

Ausgesprochen interessant und über weitere Strecke durchaus kurzweilig wurde seine Befragung, weil B. ganz offenkundig nicht nur als “einfacher Begleiter” ausgewählt worden war, sondern seine Geheimwaffen-Fähigkeiten zum Einsatz kommen sollten. Entsprechend unglücklich war die Verteidigung von Beate Zschäpe – auch weil der Zeuge aus dem Nähkästchen plauderte, was Beate Zschäpe – zumindest im Juni 2012 – über ihren Anwalt Wolfgang Heer dachte.

Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof hatte im Sommer 2012 verfügt, dass Beate Zschäpe Oma und Mutter in der JVA Gera besuchen durfte. Hintergrund war der schlechte Gesundheitszustand der Großmutter, der dieser keine Reise nach Köln ermöglichte. Schon im Vorfeld der Reise (im Fachterminus: Der “Ausantwortung“) hatte ihr Verteidiger in einem Schreiben an die Bundesanwaltschaft darauf hingewiesen, dass Beate Zschäpe weiterhin nicht aussagen wolle und werde ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK