Beweislast für die Note im Arbeitszeugnis

Rechtsanwalt Robin Schmahl

Empirische Studien über die Notenvergabe in Arbeitszeugnissen haben zu dem Ergebnis geführt, dass Arbeitgeber in Deutschland die Note befriedigend als vermeintliches Mittelmaß längst nicht mehr so häufig vergeben, wie bisher allgemein angenommen. Mittlerweile beinhalten knapp 90 % aller Arbeitszeugnisse die Note gut oder sehr gut. Damit ist die Gruppe der Arbeitnehmer, deren Zeugnis die Note befriedigend oder schlechter aufweist, mit nur noch knapp 10 % verhältnismäßig klein und praktisch die Ausnahme.

Der Stellenwert der Note in einem Arbeitszeugnis verliert durch diese Entwicklung immer mehr an Bedeutung. Die Note sagt kaum noch etwas über die individuelle Leistungsfähigkeit eines Arbeitnehmers aus. Sie wird deshalb künftig vermutlich immer häufiger von den Arbeitgebern im Bewerbungsverfahren nur noch als Ausschlusskriterium heran gezogen.

Häufig stellt sich die Frage, wer eigentlich die Beweislast für die Note trägt, wenn der Arbeitnehmer mit dieser in seinem Arbeitszeugnis nicht einverstanden ist. Muss der Arbeitnehmer Tatsachen vortragen, die einen Rückschluss auf eine bessere Leistung zulassen, oder ist es die Aufgabe des Arbeitgebers darzulegen, dass der Arbeitnehmer zu Recht die von ihm gewählte Note erhalten hat? Diese Frage beschäftigt die deutsche Arbeitsgerichtbarkeit immer wieder.

Das Bundesarbeitsgericht vertritt seit 2003 dazu die Auffassung, dass der Arbeitnehmer entsprechende Tatsachen darzulegen hat, wenn er eine überdurchschnittliche Benotung wünscht, also eine bessere Bewertung als die Note befriedigend ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK