Parental Advisory Sticker – Genese und Wirkung der Verkaufskontrolle von Tonträgern

Dieser Beitrag wurde von Sarah Maaß und Marc Tiemann im Rahmen des Seminars “Sound of da Police – Zeitgenössische Musik im Kontext von Kriminalität, Kriminalitätskontrolle und Strafjustiz” im Sommersemester 2013 an der Universität Hamburg verfasst.

Musikgeschmack war schon immer von Generation zu Generation verschieden. Schon immer war es die junge Generation, die angeblich durch Musik gefährdet ist. Deswegen wurde Jugendmusik mit ihren Kulturen auch schon immer streng beobachtet, zensiert oder sogar verboten.

Einst war es Jazzmusik, danach Rockmusik und heute Rapmusik, die ihre jugendlichen Zuhörer zu vermeintlichen Straftätern werden lässt. Klaus Miehling (Musikwissenschaftler) behauptet „… dass Jugendliche der HipHop-Szene überdurchschnittlich oft sogenannte ‘Risikojugendliche’ sind, die über ein hohes Aggressionspotenzial und über kriminelle Energie verfügen.“ Miehling hält aber nicht nur Gangsterrap, sondern auch DJ Bobo oder die Beatles für Gewaltmusik. (Vgl. Miehling, Klaus; Lütkehaus, Ludger (2006): Gewaltmusik – Musikgewalt. Populäre Musik und die Folgen. Würzburg: Königshausen & Neumann.))

Ein Mittel, um die angeblich gefährdeten Jugendlichen und ihren Musikgeschmack zu kontrollieren, stellt der sogenannte Parental Advisory-Sticker in den USA dar, der auf Initiative des Parents Music Resource Center (PMRC) ins Leben gerufen wurde. Das PMRC ging 1985 hervor aus der „National Parent / Teacher Association“ und machte es sich zur Aufgabe, die Obszönitäten und Gewaltdarstellungen in der Rockmusik zu beenden. Insbesondere sexuell explizite Textzeilen wie etwa “I knew a girl named Nikki [...] I met her in a hotel lobby she was masturbating with a magazine.” (Prince, Darling Nikki, Purple Rain, Warner Bros., 1985). Eine vom PMRC zusammengetragene Liste mit als anstößig empfundenen Liedern ging als Filthy Fifteen in die Musikgeschichte ein ...

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