Die unzureichende Kontrolle des Auftragnehmers

Die unzureichende Kontrolle einer von einem Unternehmer entgeltlich erbrachten Leistung begründet regelmäßig kein Mitverschulden des Gläubigers, wenn der Schuldner den entstandenen Schaden nach dem Inhalt des Vertrags hätte verhüten müssen und der Gläubiger zu eigenen Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen nicht verpflichtet war.

Im hier vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall hatte die Auftraggeberin auf ein Telefax der Frachtführerin, aus dem sich ergab, dass die für den Transport von der Frachtführerin abgeschlossene Frachtversicherung unzureichend war, nicht reagiert. Der Bundesgerichtshof sieht insoweit allerdings allein die – zum Abschluss einer ordnungsgemäßen Versicherung verpflichtete Frachtführerin in der Pflicht:

Soweit das Schweigen der Auftraggeberin auf das Telefax der Frachtführerin für den unterbliebenen Abschluss einer vertragsgerechten Transportversicherung ursächlich war, beurteilen sich die für den Schadensersatzanspruch der Auftraggeberin ergebenden Folgen entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts nicht aus § 242 BGB, sondern aus § 254 BGB ...

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