Es muss nicht immer am Pferd liegen….

…wenn ein Reiter vom Pferd fällt. Deshalb haftet der Tierhalter nicht automatisch bei einem Sturz des Reiters gemäß § 833 BGB. Ebensowenig gibt es einen Anscheinsbeweis dafür, dass der Sturz eines Reiters auf das unberechenbare Verhalten von Pferden zurückzuführen ist. Dies ist der Grundtenor eines Urteils des Oberlandesgerichts Hamm vom 18.09.2012 (9 U 162/11). Den Hinweis auf das Urteil habe ich auf dem Blog Juraexamen.info hier gefunden.

Eine Reiterin war bei eine Ausritt gestürzt und hatte sich schwere Verletzungen, u.a. eine Skalpierungsverletzung am Kopf, zugezogen. An den Unfallhergang konnte sie sich nicht mehr erinnern. Sie behauptete, sich noch erinnern zu können, dass das Pferd, das sie ritt, habe plötzlich gescheut und sei durchgegangen. Dann sei sie wohl mit dem Kopf gegen einen Ast gestoßen. Hieran könne sie sich aber nicht erinnern.

Bereits das Landgericht hatte die Klage abgewiesen. Auch die Berufung der Reiterin blieb erfolglos. Der Senat vermochte nicht festzustellen, dass der Unfall durch das Pferd verursacht wurde, d.h. dass sich die typische Tiergefahr verwirklicht hat. Es gebe keinen Erfahrungssatz, dass der Sturz eines Reiters regelmäßig vom Pferd verursacht werde ...

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