Der erste Eindruck ist entscheidend

…deshalb muss auch die Optik stimmen

In der vergangenen Woche habe ich die Scheidungs-Antragsschrift von Kollegen aus “jwd” zu Gesicht bekommen.

Dieser Schriftsatz schreit optisch: “Uns ist alles sch….-egal!”

Das fängt beim Briefkopf an, der von ausgesuchter Scheusslichkeit ist. Ich kann ihn natürlich hier nicht zeigen, aber es sollte sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, dass man unter keinen Umständen mehr als drei Schriften-und Schriftarten verwenden sollte (meiner Meinung nach: nie mehr als zwei – eine dafür geeignete Schrift im Kopf, eine andere für den Rest und dort maximal als Variante Fettdruck – und nie unterstreichen!).

Es muss nicht irgendwas ganz Dolles sein, es muss nicht farbig sein, es muss kein Logo (meines Erachtens eher Marketing-Unsinn, jedenfalls bei kleineres Anwaltskanzleien) da sein, es sollte aber jedenfalls ein ordentlicher und geordneter Eindruck entstehen. Dies geht nicht, wenn bereits die Vielzahl der verwendeten Schriften ein optisches Chaos erzeugt.

Ich halte auch nichts davon, punktierte Flächen zu verwenden, die nach dem Kopieren ganz anders aussehen, abgesehen von dem spießigen und unbeholfenen Eindruck, den sie erzeugen.

Ein echter Hammer ist der Fließtext: Jeder Satz ein Absatz, getrennt vom nächsten durch einen Abstand von sage und schreibe drei Schaltschritten. So werden aus max. zwei Seiten vier; nebenbei – auf Dauer gesehen ein nicht unbeträchtlicher Kostenfaktor bei Papier und Porto.

Der Antrag ist optisch nicht abgesetzt, sondern steht ohne jede Formatierung einfach so im Text. Das ist meines Erachtens allein schon deshalb Blödsinn, weil man selbst irgendwann den eigenen Antrag sucht, ganz zu schweigen von dem Fall, dass man sich vertreten lassen muss.

Die Schriftsatz-Abschriften sind kopiert und gestempelt. Das habe ich seit mindestens 20 Jahren nicht mehr gesehen. (Anmerkung: den Briefkopf kenne ich aus der Vorkorrespondenz, die der Mandant mitbrachte ...

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