Bekennen Sie sich schuldig im Sinne der Anklage?

“Das das klar ist; wir erwarten ein Geständnis von Ihnen!”

Ein dunkler kleiner Raum, ein schäbiger Tisch, der Geruch von Schweiß und Linoleum und drei Männer. Der eine sitzt ganz klein und eingeschüchtert am Tisch, die anderen beiden sind auf Konfrontatinskurs, einer sitzt auf dem Tisch, der andere steht hinter ihm.

“Ein Geständnis bringt ihnen nur Vorteile. Sie machen uns nicht sauer, den Staatsanwalt auch nicht und als Dankeschön fällt das Strafmaß auch nicht so hoch aus.”

Das klingt wie das Ende eines Krimis, der Mittelteil eines “Tatorts” oder der Anfang eines John Grisham Romans. Allerdings ist dies ein völlig austauschbarer Teil der Realität auf US-amerikanischen Polizeirevieren.

Die US-Strafjustiz auf “state court”-Ebene, die für 95% der Verurteilungen zuständig ist erspart sich sehr viel Arbeit indem sie auf das sogenannte “plea bargaining” – zu deutsch: “Plädoyerhandel” – zurückgreift. In 95% der Fälle, die ein Verbrechen zum Gegenstand haben, findet überhaupt kein Prozess mehr statt, weil sich der Angeklagte schuldig bekennt. Natürlich hat, dies auch einen Vorteil für die Angeklagten, den ein Geständnis zeugt von Reue und eröffnet dem Richter die Möglichkeit die Strafe zu mildern. Auf der anderen Seite verzichtet der Beschuldigte aber auch auf einen Prozess vor einer Jury, die in der Lage ist ihn freizusprechen, egal wie stark die Beweise gegen ihn sind.

Dies ist jedoch nur das kleinere Übel, was sich aus dieser Praxis ergibt. In vielen Fällen drohen, die Staatsanwälte mit höheren Anklagen, falls derjenige nicht gesteht und auf einen Prozess besteht ...

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