Welche Anforderungen hat das sog. Wechselmodell?

OLG Frankfurt, Beschluss vom 06.03.2013, 2 UF 394/12

Wenn sich Eltern eines Kindes voneinander trennen, schuldet derjenige Elternteil, der das Kind nicht betreut, den sog. Barunterhalt. Zwar sind grds. beide Elternteile dem Kind zum Unterhalt verpflichtet. Beim minderjährigen Kind wird aber zwischen dem sog. Bar- und dem Naturalunterhalt unterschieden. Den Naturalunterhalt leistet der betreuende Elternteil. Dem steht ein regelmäßiger Umgang (z.B. alle 14 Tage über das Wochenende) nicht entgegen, führt also für sich nicht zu einer geringeren Unterhaltsverpflichtung des "zahlenden" Elternteils.

Bei der Geltendmachung des Unterhalts wird das minderjährige Kind dabei von dem Elternteil (trotz gemeinsamer Sorge) allein vertreten, in dessen Obhut es lebt (§ 1629 II 2 BGB).

Was gilt aber, wenn das Kind 50 : 50 von beiden Elternteilen betreut und versorgt wird, sog. Wechselmodell? Hierzu das OLG:

"Wechseln sich die Eltern bei der Betreuung in einem Maße ab, dass das Kind paritätisch in den beiden Haushalten lebt, dann kann es an einer Obhut im Sinne des § 1629 Abs. 2 S.2 BGB fehlen. Dann ist – insoweit teilt der Senat die rechtliche Auffassung des Antragsgegners – kein Elternteil dazu in der Lage, den Unterhalt für das Kind gegenüber dem anderen geltend zu machen, es müsste dann ein Ergänzungspfleger bestellt werden."

Ob die Betreuung wirklich gleichgewichtig ist, richtet sich nach der tatsächlichen Ausgestaltung. Dabei kommt den konkreten Aufenthaltszeiten des Kindes beim jeweiligen Elternteil nur eine indiziere Bedeutung zu. Vereinbarungen zwischen den Eltern allein genügen insoweit nicht ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK