Das Gericht glaubt dem Sachverständigen- Ohne wenn und aber

Zwar berief er sich der Sachverständige seinerseits auf nicht näher zitierte Studien. Und zu den von mir zum Beweis des Gegenteils vorgelegten Studien und Fachartikeln konnte er nur schwammig auf deren "mangelnde Aussagekraft" hinweisen. Auch störte es das Gericht nicht, dass er sich einerseits zum Beleg seines Gutachtens auf eine Richtlinie berief, sich aber an anderer Stelle - als ihm vorgehalten wurde, dass sich aus der Richtlinie eine seinem Gutachten entgegenstehende Tatsache ergibt - gerade auf die "Unverbindlichkeit" der Richtlinie berief.

Konkret warf meine Mandantin - die nach dreimonatigen moderaten Schmerzen und einer vorhergehenden stationären Behandlung an der Wirbelsäule operiert worden war - der behandelnden Klinik einen Aufklärungsfehler vor. Sie war der Ansicht, dass sie nicht über die weit weniger risikoreiche Behandlungsalternative der Fortführung einer konservativen Therapie hingewiesen und aufgeklärt worden sei. Sie leidet seit der Operation an dem sog. Postdiskotomie-Syndrom, einer in 25 % der operierten Fälle auftretenden, nicht weiter behandelbaren und sehr schmerzhaften Folge von Bandscheibenoperationen.

Der Sachverständige hatte also über die Frage zu befinden, inwiefern die Fortführung der konservativen Therapie eine ernsthafte Behandlungsalternative gewesen sei. Er kam zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall sei ...

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