Das Common-Law-Testament eines Deutschen

Errichtet ein Deutscher ein Common-Law-Testament und begründet er einen trust für Grundbesitz in Deutschland, so kann dies als Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft aufgefasst werden. Errichtet ein Deutscher ein Common-Law-Testament und benennt er in ihm einen trustee für Vermögen in Deutschland, kann dies als Anordnung einer Testamentsvollstreckung aufgefasst werden.

Für die Auslegung des Testamentes ist das Erbstatut, also deutsches Recht, maßgebend.

Vorerbschaft / Nacherbschaft

Der Antragsteller ist als Nacherbe im Sinne der §§ 2100 ff BGB Miterbe geworden. Die Testamentsauslegung ergibt, dass der Erblasser die Anordnung einer im deutschen Recht vorgesehenen und zugelassenen Vor- und Nacherbschaft regeln wollte. Zwar hat der Erblasser dem Inhalt nach eine Testamentsurkunde errichtet, die vor dem Hintergrund der australischen Variante des angloamerikanischen Common Law entstanden ist. Das Testament ist in dem Bundesstaat Victoria in Australien errichtet. Nach Wortwahl und Gestaltung ging der Testator – wie wohl auch sein rechtlicher Berater – von der Anwendung australischen Rechts aus. Nur für die Testamentserrichtung, die der Ortsform entsprechend ein von zwei Zeugen mitunterzeichnetes Testament vorsieht, war das richtig.

Das anwendbare Sachrecht ist infolge der Staatsangehörigkeit des Erblassers, der deutscher Staatsangehöriger war, nach den Regeln des Internationalen Privatrechts das materielle deutsche Erbrecht. Dies folgt aus der heute geltenden Vorschrift von Art. 25 EGBGB. Aber auch zur Zeit der Testamentserrichtung wie auch zur Zeit des Todes des Erblassers galt, dass die Rechtsnachfolge von Todes wegen dem deutschen Recht unterlag, wenn der Erblasser deutscher Staatsangehöriger war (vgl. Art. 25 EGBGB a.F.) ...

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