Und der Investor zahlt nicht …

Vorab ein wenig Perspektive: Was nun folgt, ist die Ausnahme und nicht die Regel. Gleichwohl sollten Gründer die Ausnahme zum Anlass nehmen, der Nichtzahlung durch den Investor vorzubeugen.

Aus allen Richtungen strömen neue Investoren auf den Start-up Markt: Ausländische Investoren, Corporates, Acceleratoren, Inkubatoren, erfolgreiche Gründer, Business Angel Newbies, andere Privatpersonen usw. Einerseits nimmt die Professionalität des Markts zu, anderseits muss Vertrauen gegenüber den neuen Marktteilnehmern aufgebaut werden. Während mir aus den letzten Jahren kein einziger Fall bekannt ist, höre ich nun, dass Investoren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen sind.

Ich habe Vertrag!

Der Gründer hat alles richtig gemacht, wenn das Investment durchverhandelt und notariell beurkundet wurde – der Gründer also “Vertrag hat”. Es schließt sich die Aufforderung an den Investor an, das Stammkapital zu zahlen. Wenn dies erledigt und gezahlt ist, werden die Zuzahlungen in die Kapitalrücklage angefordert. Diese Zuzahlungen sind der spannende Teil der Finanzierungsrunde, da erst dort das richtige Geld fließt.

Der Investor zahlt das Stammkapital nicht

Zahlt der Investor schon das Stammkapital nicht, ist das ärgerlich, aber noch nicht unser Fall. Der Gründer kann sich überlegen, ob er seine Ansprüche gerichtlich verfolgt. Er wird sich in der Regel dagegen entscheiden, da dies (viel) Geld kostet, das er nicht hat, und die Unklarheit über die Stellung des Investors die Gesellschaft mittelfristig zum Erliegen bringt. Das gilt völlig unabhängig davon, ob der Investor für das Geld gut ist oder nicht. Der Gründer sollte das Gespräch mit dem Investor suchen, ggf. das Vertragswerk rückabwickeln und das Fundraising erneut beginnen ...

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