Räteslhafte Telefonnummer: Ausgerechnet ein Nürnberger Blumenhändler!

Gestern kam im NSU-Prozess ein bislang wenig beachteter Ermittlungsvermerk zur Sprache. Zwei BKA-Kommissare haben das dreiseitige Papier vom 09. Mai 2012 geschrieben und weitere drei Seiten Anlagen beigefügt. Sie beschäftigen sich mit einer Handynummer der Telekom, die unter der Bezeichnung “Tino B.” auf einer Festplatte von Carsten S. gefunden wurde. Schon die Festplatte gibt Rätsel auf. Es handelt sich um eine 1,5 Terrabyte große interne Festplatte, die im Februar 2012 bei Carsten S. sichergestellt wurde und aufgrund ihrer technischen Daten nicht besonders alt gewesen sein kann. Aus den Jahren vor 2000 – in denen S. Kontakt mit der Thüringer Neonaziszene hatte – kann die Festplatte keinesfalls stammen. Aber meint Tino B. wirklich Tino Brandt? Und was hat es mit der Telefonnummer auf sich? Denn zumindest seit August 2000 ist die Nummer auf einen Geschäftsmann aus Nürnberg registriert. Ausgerechnet Nürnberg, Tatort von drei Morden des NSU und wohl eines weiteren Mordversuchs (“Taschenlampenfall”). Und ausgerechnet ein Blumenhändler. Wie das erste Opfer der Ceska-Serie in Nürnberg, Enver Simsek.

Trotz seiner nüchternen Sprache klingt der Vermerk von Kriminalhauptkommissar K. und Kriminaloberkommissar B. alarmierend. Die beiden Beamten aus dem Referat ST14 “Staatsschutz -Zentralstelle rechts” haben zunächst ermittelt, wem die Handynummer gehört. Dann haben sie geklärt, wo der Mann wohnt und was er beruflich tut ...

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