Die Haftung für eine eingestürzte Halle

Hat ein Dachdeckerbetrieb die ihm obliegenden Arbeiten so mangelhaft ausgeführt, dass aufgrund dieser wesentlichen Bauwerksmängel nach 6 Monaten das Gebäude unter einer Schneelast einstürzt, hat er Schadensersatz zu leisten. Auch wenn ein Subunternehmer mit der Ausführung der mangelbehafteten Arbeiten beauftragt worden war, hat der Dachdeckerbetrieb für deren Verschulden einzustehen.

Ein Mitverschulden des Bauherrn liegt nicht vor, wenn sein Architekt den Fehler nicht erkannt hat, denn ein Bauherr schuldet dem beauftragten Unternehmer nicht dessen Beaufsichtigung.

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Hamm in dem hier vorliegenden Fall einer Klägerin Schadensersatz für eine infolge von Schneelast eingestürzte, erst 6 Monate alte Lager- und Verladehalle zugesprochen und insoweit die erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Siegen teilweise abgeändert. Die Klägerin, ein in Attendorn ansässiges Unternehmen, produziert und vertreibt u.a. sanitärtechnische Produkte und Rohrleitungssysteme. Im Jahre 2009 ließ sie auf ihrem Attendorner Betriebsgelände in Stahlbauweise eine Halle zur Lagerung und Verladung von Rohren errichten. Die Beklagte, ein Dachdeckerbetrieb aus Lennestadt, führte Stahlbau- , Fassaden- und Dacharbeiten aus. Dabei hatte sie auch die Werkstattpläne und Montagezeichnungen anzufertigen. Die der Beklagten zur Verfügung gestellte Statik sah eine Dachkonstruktion vor, bei der Anschlussbleche in der Weise an die Hohlprofile der Fachwerkträger anzubinden waren, dass die Bleche in einen ausgeschnittenen Spalt der Hohlprofile eingefügt werden sollten. Abweichend hiervon ließ die Beklagte Werkstattpläne und Montagezeichnungen erstellen, nach welchen die Anschlussbleche nicht in die Hohlprofile eingelegt, sondern ausgeschnitten und teilweise um sie herum geschweißt werden sollten. Mit den sogeänderten Anschlüssen wurde die Dachkonstruktion errichtet ...

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