Der Islam, Profifußballer und das Arbeitsrecht

Der religiöse Athlet ist in der heutigen Sportwelt kein Ausnahmefall. Insbesondere bei Profifußballern sind öffentliche religiöse Bekundungen wie etwa das Bekreuzigen vor, während und nach einem Spiel keine Seltenheit. In der Regel stellt dies für alle Beteiligten auch kein Problem dar. Schwierig wird es jedoch dann, wenn die religiöse Überzeugung einen Profisportler daran hindert, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen.

In einem solchen Konflikt befindet sich aktuell der senegalesische Profifußballer Papiss Demba Cissé, welcher zurzeit für den englischen Premier-League-Club Newcastle United auf Torejagd geht. Wie das Nachrichtenportal Sport1 berichtet, könnte damit jedoch bald Schluss sein: Grund dafür ist das neue Trikot von Newcastle United. Der englische Fußballclub will auf diesem mit dem Logo eines Geldverleihers werben.

Für den Muslim Cissé ist das Tragen dieses Trikots aufgrund seiner religiösen Überzeugung jedoch unvorstellbar. Laut Sport1 muss sich der Spieler nun wohl einen neuen Verein suchen. Doch kann ein Sportverein einen Profisportler in solchen Fällen überhaupt kündigen?

Newcastle United wird diese Frage nach englischem Recht beantworten müssen. Dass eine solches Problem allerdings auch in Deutschland auftreten kann, zeigt nicht zuletzt der Umstand, dass Cissé bis zum Jahr 2012 noch für den Sport-Club Freiburg gespielt hat. Wie also ist ein solcher Fall nach deutschem (Arbeits-)Recht zu beurteilen?

Sind Profifußballer überhaupt Arbeitnehmer?

Die erste Frage, die sich stellt, lautet: Gelten die Regeln des deutschen Arbeitsrechts eigentlich auch für Profifußballer? Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, ob ein Profifußballer als Arbeitnehmer seines Clubs anzusehen ist.

Maßgeblich für die Bestimmung der Arbeitnehmereigenschaft ist die persönliche Abhängigkeit der beschäftigten Person ...

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