Eigenmächtiger Urlaubsantritt berechtigt nicht immer zur fristlosen Kündigung

Nicht immer führt der eigenmächtige Urlaubsantritt zu einer Kündigung. Der Arbeitgeber hat immer eine Interessenabwägung vorzunehmen und hierbei auch das eigene, möglicherweise nicht unproblematische Verhalten miteinzubeziehen.

Zwar kann der ohne Zustimmung des Arbeitgebers angetretener Urlaub grundsätzlich eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Ob diese Maßnahme aber auch angemessen ist, hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab, wie die Richter des Arbeitsgerichts Krefeld im Rahmen eines Vergleichs betonten (8. September 2011, AZ: 1 Ca 960/11).

Seit 15 Jahren arbeitete der mit einem Behinderungsgrad von 50 Prozent schwerbehinderte Mann als Schlosser in einem Betrieb. Er hatte im Jahr 2010 fünf Urlaubstage nicht in Anspruch genommen, die daher in das erste Quartal des Jahres 2011 übertragen worden waren. In dem Betrieb gilt, dass Urlaub beim Vorgesetzten zu beantragen ist und ohne vorherige Genehmigung nicht angetreten werden darf. Urlaubsansprüche aus dem Vorjahr können nur auf schriftlichen Antrag und nur mit Genehmigung der Geschäftsleitung über den 31. März des Folgejahres hinaus bestehen bleiben. Mitte März 2011 beantragte der Mann die fünf Tage Resturlaub aus 2010 für den Zeitraum vom 31. März bis zum 6. April 2011 ...

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