Überdimensionierter Stromnetzausbau - Ein Verstoß gegen die Ziele der Energiewende

● Prof. Dr. L. Jarass, M.S. (Stanford University, USA) Hochschule RheinMain, Wiesbaden, und Prof. em. Dr. G. M. Obermair, Universität Regensburg ● Die aktuelle Ausbauplanung für das Stromnetz beruht auf einer unzutreffenden Auslegung der Gesetzeslage und weist gravierende methodische Fehler auf. Die Planungen widersprechen der im Eckpunktepapier 2012 der Bundesnetzagentur unmissverständlich dargestellten Gesetzeslage (§ 11 Abs. 1 S. 1 EnWG und § 9 Abs. 3 EEG) und beruhen zudem auf schweren methodischen Fehlern bei der Optimierung (Siehe dazu ausführlich L. Jarass, G.M. Obermair, "Welchen Netzumbau erfordert die Energiewende?"). Aktuelle Ausbauplanungen für das Stromnetz Der von den Übertragungsnetzbetreibern vorgelegte "Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2012" sieht sowohl in der Fassung vom 30. 05. 2012 als auch in der überarbeiteten Fassung vom 15. 08. 2012 im jeweiligen Leitszenario einen Leitungsneubau von 6.600 km vor mit rund 20 Mrd. Euro Investitionskosten. Von diesen Neubauplanungen wurden von der Bundesnetzagentur im Entwurf des Bundesbedarfsplan Strom 2012 mit über 4.500 km gut zwei Drittel bestätigt, davon 2.800 km komplette Neubautrassen, z. B. auch die weiterhin beklagte 380-kV-Leitung Erfurt-Altenfeld-Redwitz. Der Entwurf des Bundesbedarfsplan Strom 2012 ist Grundlage für das Zweite Gesetz über Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus Elektrizitätsnetze, das alle dort ausgewiesenen Stromleitungen für zwingend erforderlich erklären soll. Im 1. Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2013 werden viele der nicht bestätigten Leitungen wieder gefordert und darüber hinaus noch eine Reihe von weiteren neuen Leitungen. Dringend erforderliche Neubauten von schnell regelbaren Gaskraftwerken im südlichen Deutschland bleiben bei der Netzausbauplanung unberücksichtigt. Abschneiden der regenerativen Erzeugungsspitzen nicht eingeplant "Der Netzausbau muss sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich effizient sein ...Zum vollständigen Artikel


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