Der renitente Ehemann und das Arbeitsrecht

Die Rolle des Ehemannes einer berufstätigen Frau ist stark dem Wandel der Zeit unterworfen.

Bis 1958 durfte der Ehemann mit Zustimmung des Vormundschaftsgerichts das Anstellungsverhältnis seiner Frau kündigen. § 1356 Bürgerliches Gesetzbuch regelte noch bis zum Jahr 1977 Folgendes:

„Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.“

Daraus wurde teileweise sogar hergeleitet, dass die Ehefrau die Zustimmung ihres Ehemannes braucht, um überhaupt eine Erwerbstätigkeit aufnehmen zu können.

Erst seit Juli 1977 sieht das Gesetz vor, dass die Ehegatten die Haushaltsführung in gegenseitigem Einvernehmen regeln und dass beide Ehegatten berechtigt sind, erwerbstätig zu sein.

Dennoch gibt es – zumindest aus arbeitsrechtlicher Sicht – anscheinend doch noch einige Unklarheiten über die Einflussmöglichkeiten des Partners auf das Arbeitsverhältnis. Unlängst hatte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg über den kuriosen Fall zu entschieden, dass ein Ehemann die Vorgesetzte seiner Ehefrau beleidigte und bedrohte, woraufhin der Mitarbeiterin gekündigt wurde.

Der in einem Altenheim beschäftigten Altenpflegerin standen laut Dienstplan in den Monaten Juni und Juli zwei freie Wochenenden zu. Zwischen diesen freien Wochenenden hatte die Altenpflegerin Urlaub. Die freien Wochenenden hatte sie in ihre Urlaubsplanung eingebunden ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK