Und wieder ein Fälschungsskandal

Erneut erschüttert ein Kunstfälschungsskandal den Markt. Erst die erfundene Sammlung Jägers und die falschen Giacometti-Skulpturen, dann die Verhaftung des Modigliani-Experten Parisot und jetzt noch der Fälscherring, der angebliche Gemälde der russischen Avantgarde in den Markt schleuste. Welche Lehren müssen aus diesen Vorkommissen gezogen werden? Was ist die juristische Perspektive? Und wie können sich Experten, Stiftungen, Museen und Sammler schützen?

Ansprüche des Käufers gegen den Verkäufer

Stellt sich ein als „echt“ gekauftes Werk später als unecht heraus, so sind Gewährleistungsrechte des Käufers zu prüfen. Der Käufer wird in der Regel zunächst den Verkäufer, die Galerie, das Auktionshaus oder die Privatperson, von der er ein Werk erhalten hat, in Anspruch nehmen.

Nach dem Kaufrecht stellt die Unechtheit eines Kunstgegenstandes einen Sachmangel dar, wenn eine bestimmte Herkunft, Autorenschaft, Alter oder ähnliches im Kaufvertrag zwischen den Parteien vereinbart wurde.

Handelt es sich tatsächlich um eine Fälschung, so weicht bei einer derartigen Vereinbarung die Ist-Beschaffenheit von der vertraglich festgelegten Soll-Beschaffenheit ab (§ 434 Abs. 1 Satz 1 BGB). Ob eine solche Vereinbarung gegeben ist, ist Auslegungssache in jedem konkreten Einzelfall.

Das hängt häufig vom Vorhandensein, der Art und Weise der Bezugnahme auf eine Expertise und natürlich von deren Inhalt ab. Wird ein Gegenstand unter Bezugnahme auf eine Expertise verkauft, so kann der Inhalt der Expertise grundsätzlich Gegenstand einer Beschaffenheitsvereinbarung werden. Die im Gutachten eindeutig vorgenommene Zuordnung kann eine vertraglich vereinbarte Eigenschaft sein, wenn sich der Kaufvertrag darauf bezieht.

In diesem Zusammenhang kann also der Expertise eine ganz entscheidende Rolle zukommen. Letztlich ist es jedoch immer einzelfallabhängig, wann eine Beschaffenheitsvereinbarung vorliegt ...

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