NSU-Nebenkläger: Solidarität mit Jugendpfarrer König

Pfarrer Lothar König vor Gericht

Zwanzig Anwälte der Nebenklage im NSU-Prozess haben in einer gemeinsamen Presseerklärung ihre Solidarität mit dem in Dresden angeklagten Jenaer Jugendpfarrer Lothar König bekundet. König soll am Rande einer Demonstration gegen einen Neonazi-Aufmarsch 2011 zur Gewalt gegen Polizeibeamte aufgerufen haben.

Nach dem bisherigen Prozessverlauf sieht es allerdings sehr so aus, als wenn der Vorwurf in sich zusammenbrechen würde. Soweit ich die Berichterstattung der mdr-Kollegen über den Fall verfolgt habe, kann sich König jetzt vor Solidarität kaum retten, zu Anfang sah das noch anders aus.

Inzwischen hat König soagr den Thüringer Demokratiepreis erhalten – und nun sind also auch noch einige Nebenklägeranwälte aus dem NSU-Prozess dabei. Und warum nicht Anwälte alle? Gute Frage. Eine umfassende Gemeinsamkeit ist unter den Nebenklägern von Anfang an nicht aufgekommen.

Pressemitteilung: “Solidarität mit Lothar König

Nebenkläger und ihre Anwälte erklären sich solidarisch mit dem angeklagten Jenaer Jugendpfarrer Lothar König.

Derzeit findet vor dem OLG München das sog. NSU-Verfahren gegen Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte statt. Der NSU hat sich selbst zu 10 Morden und zwei Sprengstoffanschlägen bekannt. Möglicherweise gab es jedoch noch mehr Anschläge, die durch den NSU und sein Umfeld verübt wurden.

Seit Beginn der Hauptverhandlung sitzen wir im Saal 101 des Justizzentrums München fünf Angeklagten gegenüber, denen vorgeworfen wird, Mitglieder oder Unterstützer des NSU gewesen zu sein. Vier von den Angeklagten stammen aus Jena, einer aus Sachsen. Allen ist gemeinsam, dass sie aus einer neonazistischen Szene stammen, die sich in den neunziger Jahren in Jena und an anderen Orten radikalisierte ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK