Ping-Anruf = Betrug

Eine tolle Geschäftsidee hatten da ein paar Leute: Mithilfe von Großrechnern riefen sie um die Weihnachtszeit herum zahlreiche Handynummern an und legten nach einmaligem Klingeln wieder auf. Den Handynutzern wurde eine Nummer angezeigt, die mit +49137... begann. Neugierig, wer sie da wohl angerufen habe, riefen viele dann zurück - und hörten nur eine Bandansage à la "Ihre Stimme wurde gezählt." Da es sich bei der angerufenen Nummer um eine (häufig bei Umfragen oder Gewinnspielen eingesetzte) Sonderrufnummer handelte, war der Anruf auch nicht kostenlos: zwischen 98 Cent und bis zu 3,- Euro wurden den Rückrufern in Rechnung gestellt, egal ob sie eine Flatrate hatten oder nicht. Und es wurde nicht nur ein paar Leute angerufen. Das Landgericht Osnabrück, das sich jetzt mit der Sache beschäftigen durfte, schreibt in seinem Urteil:
"Tatsächlich riefen von den in noch größerer Anzahl „angepingten“ Handybesitzern etwa 785.000 Personen in der Zeit vom 22. Dezember 2006, 20:40 Uhr, bis zum 28. Dezember 2006, 20:35 Uhr, aus dem vorgenannten Irrtum die vermeintliche Anrufernummer „+491377170…“ zurück und davon lösten – teilweise kam es wegen Leitungsüberlastung nicht zu einer ausreichenden Verbindung – mindestens 660.000 Handybesitzer den kostenpflichtigen Mehrwertdienst aus."
Das Gericht kam so (nach großzügigen Abschlägen zugunsten der Angeklagten) zu einem Schaden in Höhe von mindestens 517.440,- Euro, den die Gruppe angerichtet hat. Strafrechtlich werteten die Richter diese Tat als (einfachen) Betrug nach § 263 Absatz 1 StGB (Strafgesetzbuch). Interessant finde ich einen Part des Urteils, in dem das Verhalten der Telekommunikationsfirmen beschrieben wird ...Zum vollständigen Artikel

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