Doch keine DNA-Probe

So geht es dann doch nicht. Der Mandant hatte lebensgeschichtlich einige Turbulenzen zu bewältigen und geriet mit dem Strafrecht etwas in Konflikt. Das war vor einigen Jahren, da kam er sich mit dem späteren Geschädigten etwas zu nahe, was die Staatsgewalt als gefährliche Körperverletzung einordnete. Kurz darauf gab es einen Konflikt mit einem Ladendetektiv, was mich als Pflichtverteidiger ins Spiel brachte. Entgegen meiner Auffassung sah das Amtsgericht den Disput mit dem Detektiv als versuchten räuberischen Diebstahl. Sei es drum, es gab zwei mal eine überschaubare Bewährung. Noch mal einige Zeit fühlten sich einige Ordnungshüter in ihrer Ehre gekränkt, was in Bayern durchaus schnell zu einem Strafbefehl führt. Dann war Ruhe.

Über sehr lange Zeit.

Bis mich dann das Ersuchen der Staatsanwaltschaft über den zuständigen Ermittlungsrichter erreichte. Man wollte eine molekulargenetische Untersuchung und Speicherung der DNA. Wegen der hohen Rückfallgefahr. Selbst die Staatsanwaltschaft sah die begangenen Taten nicht als erheblich an, sah jedoch die Voraussetzungen des § 81g StPO als gegeben. In der Person des – seit mehreren Jahren sich streitfrei führenden – Betroffenen seien Gründe zu suchen, die es erforderlich machten, seine DNA zu speichern, um ihn später anhand von Indizien bei weiter zu befürchtenden Straftaten überführen zu können. Welche Gründe das seien, erläuterte die StA allerdings nicht.

Zwischenzeitlich wurde die zur Bewährung ausgesetzte Strafe wegen der Körperverletzung erlassen, nachdem sich der Betroffene bewährt hatte ...

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