Die Erwähnung des Weisungsscheins des Friedensrichters stellt keine Sorgfaltspflichtsverletzung des Anwalts dar, wenn deswegen die Prozesskosten höher ausfallen (BGE 4A_573/2012)

Ein Klient ist gegen seinen Anwalt vorgegangen, weil dieser angeblich aufgrund eines Anwaltsfehlers unnötige Prozesskosten in der Höhe von CHF 36‘500.00 verursacht hat. Ausgangslage war ein Prozess vor dem Zürcher Handelsgericht. Der mandatierte Anwalt hatte für seinen Klienten eine Stufenklage eingereicht mit dem Begehren „die Beklagte (X AG) habe dem Kläger Schadenersatz in noch abschliessend zu beziffernder, den Betrag von CHF 8'000.00 übersteigender Höhe, aus Vermögensverwaltungsauftrag zu bezahlen“. In der Begründung der Klageschrift wurde ausgeführt, dass in diesem Stadium des Verfahrens der Streitwert vorerst mit "CHF 8'000.00 übersteigend" beziffert werde, wobei die Weisung des Friedensrichters den Passus enthalte, dass der Rechtsanwalt des Klägers einen Streitwert von "CHF 200'000.00 übersteigend" beziffere. Das Handelsgericht hat daraufhin die Prozesskosten auf der Basis von CHF 200‘000.00 festgelegt. Nach Auffassung des Mandanten, habe dessen Anwalt einen Fehler begangen, indem er in der Begründung auf den Streitwert von CHF 200‘000.00 hingewiesen habe. Infolgedessen habe der Anwalt die Prozesskosten zurückzuerstatten. Sowohl die erste Instanz als auch das Obergericht wiesen die Klage gegen den Anwalt ab. Das Bundesgericht wies die Beschwerde ab. Der Beschwerdeführer rügte auch vor Bundesgericht, dass sein Anwalt in der Klage vor dem Handelsgereicht auf den Weisungsschein des Friedensgerichts hingewiesen, bzw. den Streitwert sorgfaltswidrig angegeben habe (CHF 200'000.00). Dadurch seien unnötige Prozesskosten entstanden ...Zum vollständigen Artikel

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