Filmmusik – das Salz in der Suppe, aber was ist sie wert?

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Ein knarrender Dielenboden, das Klacken von sich unaufhörlich nähernden Schritten, eine geheimnisvolle Bildführung mit schattenhaft dargestellten Personen – und all das unterlegt mit einer Musik, die keinen Zweifel daran lässt, dass Unheil droht. Solche „Hitchcock-Momente“ kennt jeder. Ein guter Film funktioniert nur in Symbiose mit einer maßgeschneiderten Filmmusik. Musik, richtig eingesetzt, ist der perfekte Träger für Emotionen. Was wäre „Das Leben des Brian“ ohne „Always look on the bright side of life“, „Pulp Fiction“ ohne „Girl, you’ll be a woman soon“ oder der Tatort ohne seine Titelmelodie? Die frühen Stummfilme behalfen sich sogar ganz und gar damit, die fehlenden Dialoge durch dramaturgisch eingesetzte musikalische Untermalung zu ersetzen.

Nicht minder spannend als ein Thriller war die Frage, mit der sich der Bundesgerichtshof (BGH) unlängst in einem Grundsatzurteil vom 25.10.2012 (Az. I ZR 162/11) auseinanderzusetzen hatte und dessen Urteilsbegründung den beteiligten Parteien nun zugestellt wurde. Dort war zu klären, welcher wirtschaftliche Wert der Nutzung der Filmmusik zukommt, wenn ein Film als DVD-Zeitschriftenbeilage hunderttausendfach mehr oder weniger kostenlos an die Käufer der Zeitschrift abgegeben wird. In der Fachsprache werden diese Zeitschriftenbeilagen, die sich vor allem bei Programm- und Computerzeitschriften durchgesetzt haben, als „Covermounts“ bezeichnet. Geklagt hatte die deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA, vertreten durch die Kanzlei Becker Büttner Held.

Konkret ging es um die Vervielfältigung und Verbreitung von sage und schreibe 241.583 Exemplaren eines kompletten Spielfilms, der als DVD-Beilage zu den Zeitschriften beigefügt worden war. Dabei war der Spielfilm – gemessen an seiner Gesamtspiellänge von 94 min. – zu 58 Prozent mit urheberrechtlich geschützter Musik unterlegt ...

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