Business in Russia hautnah – Folge 4: Stempeln, stempeln, nochmals stempeln!

Stempeln, stempeln, nochmals stempeln! Dieser Spruch stammt nicht von Lenin, sondern ist eine Überlieferung aus den russischen Büros und Schreibstuben. Wer Geschäfte in Russland machen will, sollte sich auf eine ausgeprägte Bürokratie und Formstrenge einstellen.

Im russischen Reich herrscht Papierkrieg. Wer dortige Verträge nicht schriftlich abfasst, bindet und stempelt, wird Schwierigkeiten bei der Vertragsabwicklung bekommen; wenn schon nicht mit seinem Vertragspartner, dann doch mit russischen Banken, Behörden und dem Zoll. So müssen beispielsweise Überweisungen aus dem und ins Ausland vorher bei der kontoführenden Bank unter Vorlage einer Vertragskopie angemeldet werden. Der Vorlage einer Vertragskopie bedarf es auch, wenn Unternehmen in Russland die Vorsteuer ziehen wollen.

Dabei ist Stempel nicht gleich Stempel. Der offizielle Firmenstempel muss – um Gültigkeit zu beanspruchen – rund sein, genauer gesagt mindestens 38 und höchstens 42 mm im Durchmesser, in blauer Farbe und die volle Firmenbezeichnung mit Rechtsform wiedergeben. Auch darf die Steuernummer der Gesellschaft (INN) nicht fehlen. Über Sinn und Unsinn dieser formalen Anforderungen kann man freilich diskutieren. Drum herum kommt man indes nicht.

Auch dürfte es nicht sonderlich überraschen, dass das russische Rechtssystem eine Reihe weiterer Besonderheiten aufweist, die dem deutschen Recht fremd sind ...

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