Justizministerium nimmt sich Versicherungstricksereien vor

Nun ist es endlich soweit. Auch der Gesetzgeber stolpert über das Zaudern und Zögern der Versicherer, wenn es um berechtigte und erforderliche Regulierungen geht. Laut einem Schreiben der Bundesjustizministerin an die Landesjustizverwaltungen, welches ausschnittweise in der Süddeutschen Zeitung wiedergegeben wurde, mehren sich Beschwerden, „Versicherer erstatten mit erheblicher Verzögerung, es gehe auch darum, die wirtschaftlich stärkere Position auszunutzen mit dem Ziel den Anspruchsteller in zermürbenden Rechtsstreitigkeiten zur Aufgabe des Anspruchs oder zu einem für den Versicherer günstigen Vergleich zu bewegen“. Das Justizministerium versucht nun die tatsächliche Regulierungspraxis zu ermitteln und die Notwendigkeit gesetzlicher Vorgaben zu prüfen. Versicherungsrechtsexperte Hans-Peter Schwintowski schätzt, dass – variierend nach Versicherungsart – bis zu 60% aller Leistungsfälle abgelehnt werden. Für die Krafthaftpflicht-Sparte sind die Tricks zur Kürzung berechtigter Ansprüche hinlänglich bekannt. Neben den ermüdenden Verzögerungs- und Ablehnungspraktiken wirken die Versicherer durch einschüchternde Aussagen in Kombination mit irreführender Rechtsberatung darauf hin, dass der Geschädigte seine Dispositionsfreiheit aufgibt und die Schadenbehebung der Regie der Versicherung überlässt.

Durch Einflussnahme auf die Wahl der Werkstatt und anderer Dienstleister sowie unrichtige Angaben zu angeblich nicht entstandenen Positionen wie Wertminderung, Mehrwertsteuer, etc. sparen die Assekuranzen jährlich dreistellige Millionenbeträge ...

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