Rückwirkende Schwerbehindertenanerkennung nur ausnahmsweise möglich

Steuervorteile für Eltern können die rückwirkende Schwerbehinderten-Anerkennung für ein behindertes Kind rechtfertigen. Erhöht sich durch die Steuervorteile das Familieneinkommen, liegt ein besonderes Interesse für eine rückwirkende Schwerbehinderten-Feststellung vor, entschied das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg in Stuttgart in einem aktuell veröffentlichten Urteil vom 21.02.2013 (AZ: L 6 SB 4007/12). Leidet das Kind an einer autistischen Entwicklungsstörung, komme es für die rückwirkende Schwerbehindertenanerkennung auf den Zeitpunkt an, an dem diese in einem standardisierten Testverfahren vom Arzt diagnostiziert worden ist.

Im konkreten Rechtsstreit lehnte das LSG die rückwirkende Anerkennung der Schwerbehinderung eines behinderten Kindes ab dem Geburtszeitpunkt jedoch ab. Das aus dem Raum Stuttgart stammende Kind leidet unter dem sogenannten Asperger-Syndrom, eine autistische Störung. Während die ersten Lebensjahre unauffällig verliefen, traten im Kindergartenalter erste Verhaltensauffälligkeiten auf. 2004 wurde rückwirkend mit der Einschulung ab 1999 ein Grad der Behinderung von 70 wegen Autismus anerkannt ...

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