Ein atypischer Zuständigkeitsstreit iZm der Überprüfung einer Barabfindung nach dem GesAusG

Im Firmenbuch des Landesgerichtes Feldkirch ist die S** M** B** AG mit dem Sitz in G** eingetragen. Deren Grundkapital in Höhe von € 8.750.000 ist in 1.200.000 Stückaktien zerlegt. Im Firmenbuch des Landesgerichtes Innsbruck ist die V** B** AG mit dem Sitz in Innsbruck registriert. Diese Gesellschaft war Hauptaktionärin der S** M** B** AG. In der 18. ordentlichen Hauptversammlung der S** M** B** AG vom 11.4.2012 wurden die Minderheitsaktionäre gem den Bestimmungen des GesAusG gegen Gewährung einer Barabfindung in Höhe von € 26,-- pro Stückaktie aus der Gesellschaft ausgeschlossen, wodurch die V** B** AG Alleinaktionärin der Gesellschaft wurde. Die Eintragung des Ausschlusses der Minderheitsaktionäre im Firmenbuch des Landesgerichtes Feldkirch erfolgte am 16.5.2012. Am 14.6.2012 beantragte R** B** beim LG Feldkirch die Überprüfung des Barabfindungsangebotes; am 15.6.2012 langte ein weiterer Antrag der Minderheitsaktionäre B**, F** und F** beim LG Feldkirch ein. Mit Beschluss vom 25.6.2012 erklärte sich das LG Feldkirch als zur Entscheidung über diese Anträge örtlich unzuständig und überwies die Anträge gem § 44 JN an das – nach dessen Ansicht – örtlich zuständige LG Innsbruck. Begründet wurde das im Wesentlichen damit, dass gem §§ 6 Abs 2 GesAusG iVm 225c Abs 1 und 2 AktG jeder Aktionär einen Anspruch gegen den Hauptgesellschafter auf Ausgleich durch bare Zuzahlung habe. Hauptgesellschafter sei die im Firmenbuch des LG Innsbruck eingetragene V** B** AG mit Sitz in Innsbruck. Die Ansprüche der Aktionäre seien daher gegen diese Gesellschaft zu richten, woraus sich gem § 120 Abs 7 JN die örtliche Unzuständigkeit des LG Feldkirch ergebe. Die örtliche Unzuständigkeit sei von Amts wegen wahrzunehmen und die Rechtssache an das örtlich zuständige Gericht gem § 44 JN zu überweisen ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK