Aktenzeichen XY: Anstiftung zur Begehung einer Straftat?

Das ZDF hat gestern eine Sondersendung von Aktenzeichen XY ausgestrahlt: “Wo ist mein Kind?”.

Nun wird wirklich niemand bezweifeln, dass und wie furchtbar es sein muss für Eltern, die ein Kind verlieren, Jahre oder gar Jahrzehnte lang ohne zu wissen, was geschehen ist. Wie eine der Betroffenen sagt, es ist ein Albtraum, aus dem sie aufzuwachen hoffe, irgendwann. Nur wache sie nie daraus auf.

Jeder Schimmer von Hoffnung, jeder Schritt, Gewissheit zu erlangen, auch nach langer Zeit, ist daher nur zu verständlich. Es können auch dann noch aus vielen denkbaren Gründen Zeugen oder Infos auftauchen oder reden oder (und sei es anonym) Aufschluss vermitteln. Die gestrige Sendung aber wirft doch Fragen auf, denn:

An einer Stelle horcht man irritiert auf, nämlich im Fall der verschwundenen jungen Mutter Kim Mirgel. (Ab Min 00:25 in der Sendung) Schulden der Familie, Kresberkrankung des Mannes, Schwangerschaft, Zwangsversteigerung des Hauses, Privatschulden, Verlust ihres Ausbildungsplatzes nach einer nicht bestandenen Prüfung, Termin mit einem Gerichtsvollzieher – da verschwindet die junge Mutter. Nach Angaben des Ehemannes (der nicht in der Sendung erscheint, dessen Name verändert wird im Bericht und der auf Bildern unkenntlich gemacht ist), habe sie das Haus verlassen nach einem Streit, sei in ein Auto gestiegen und seither verschwunden. Seine Angaben sollen – so der Kripobeamte in der Sendung – nicht durch weitere Zeugen oder sonst verifizierbar sein. Auch sonst irritieren einige Fragen und (zögerliche oder ausweichende) Antworten im Gespräch mit der Mutter und Grossmutter in der Sendung, bei denen offen bleibt, was mit dem Ehemann und seiner Erkrankung zwischenzeitlich ist, warum das gemeinsame Kind nun bei der Urgrossmutter lebt ...

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