Politics and Economics of Ethanol and Biodiesel Production and Consumption in Brazil

● Von Dr. Jens Giersdorf, Deutsches Biomasseforschungszentrum, Leipzig ● Die Politiken zur Förderung der Ethanolproduktion haben sich in Brasilien in den vergangenen 30 Jahren verändert, es ist jedoch auch eine Kontinuität zu erkennen. Während des Alkoholprogramms PROALCOOL wurde die Wettbewerbsfähigkeit von Ethanol u.a. durch die staatliche Festsetzung der Zuckerrohr-, Zucker-, Ethanol- und Benzinpreise direkt reguliert. Diese direkte Preisregulierung gibt es zwar nicht mehr, aber der Beimischungszwang von anhydriertem Ethanol zum Benzin stellt weiterhin einen wichtigen Fördermechanismus dar. Auch die öffentlichen Kreditlinien mit niedrigen Zinssätzen für Ethanolanlagen, die geringere Besteuerung von hydriertem Ethanol im Vergleich zu Benzin, sowie die reduzierten Steuersätze für Flexible-Fuel-Fahrzeuge fördern die Nachfrage nach Ethanol. Da Biodiesel nicht als Reinkraftstoff genutzt wird, spielen Steuerreduktionen nur eine geringer Rolle. Andere Förderpolitiken (Kreditgarantien, Beimischungszwang und verschiedene Programme zur Forschung und Entwicklung des Rohstoffanbaus und der Produktionstechnologien) sind denen im Ethanolsektor sehr ähnlich. Lediglich das Sozialsiegel und die Auktionen sind eine Besonderheit des Biodieselsektors und Ergebnis der sozialen Ziele des Biodieselprogramms. Brasilien ist der größte Produzent von Zuckerrohrprodukten und die Ethanolproduktion expandiert vor allem in der Großregion Zentrum-West. Aufgrund der Weltmarktrationalität der internationalen Zucker- und Benzinpreise wäre die Produktion bzw. der Export von Zucker die überwiegende Zeit die ökonomisch attraktivere Option gewesen. Auf dem Binnenmarkt ist Ethanol gegenüber Benzin nicht einmal in dem Bundesstaat São Paulo ohne Steuervorteile wettbewerbsfähig ...Zum vollständigen Artikel

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