(Berufliche) Toilettennutzung als Steuervorteil – das Toilettentagebuch

Wir teilen mit unseren Lesern gern auch die kurioseren Fälle, über die man als Anwalt manchmal stolpert. So lasen wir staunend, dass das Finanzgericht Baden-Württemberg sich im Januar 2013 mit der Frage beschäftigte: Kann eine Toilette in der heimischen Wohnung beruflich genutzt werden?

Der rechtliche Hintergrund

Der Kläger – ein Betriebsprüfer der Finanzverwaltung – begehrte, Teile der Kosten für die Renovierung seiner Wohnung samt Gäste-WC als Werbungskosten in Form von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer anerkannt zu bekommen. Allerdings bestimmt § 9 Abs. 5 S. 1 EStG in Verbindung mit § 4 Abs. 5 Nr. 6b S. 1 EStG grundsätzlich, dass solche Kosten nicht als Werbungskosten abgezogen werden können.

Im Streitjahr gab es allerdings zwei zu prüfende Ausnahmeregelungen: § 4 Abs. 5 Nr. 6b S. 2 EStG in der Fassung des Hausbegleitungsgesetzes vom 9. Dezember 2010 besagte „Abzug möglich, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht“. § 4 Abs. 5 Nr. 6b S. 2 EStG in der Fassung des Steueränderungsgesetzes 2007 vom 19. Juli 2006 regelte „Abzug möglich, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet“.

Die Entscheidung

Um es vorwegzunehmen: Nach Auffassung des FG Baden-Württemberg liegt der Mittelpunkt der beruflichen Betätigung eines Betriebsprüfers grundsätzlich außerhalb eines häuslichen Arbeitszimmers ...

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