Der Reitunfall

Nicht jeder Sturz eines Reiters ist auf ein tierisches Verhalten zurückzuführen, einen Sturz kann auch der Reiter allein verursachen. Für einen Schadensersatzanspruch gegen den Tierhalter muss der Unfall auf ein der tierischen Natur entsprechendes unberechenbaren Verhalten des Pferdes zurückzuführen sein.

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Hamm in dem hier vorliegenden Fall einer verunfallten Reiterin, die gegen die Tierhalterin Schadensersatz geltend machte, das erstinstanzliche klageabweisende Urteil des Landgerichts Bielefeld bestätigt. Nachdem der Bundesgerichtshof die Beschwerde der Reiterin gegen die nicht zugelassene Revision zurückgewiesen hat, ist das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm auch inzwischen rechtskräftig. Die Klägerin, eine Agrarwissenschaftlerin aus Rheda – Wiedenbrück mit langjähriger Reiterfahrung, verunfallte am 28.12.2007 mit einem von der Beklagten aus Bielefeld auf einem Hof in Rheda – Wiedenbrück gehaltenen Pferd. Von diesem stürzte sie bei einem unbegleiteten Ausritt in einem Waldgebiet hinter dem Ortsteil Rheda. Sie erlitt schwere Verletzungen, u.a. am Kopf, und ein Unfalltrauma, so dass sie über keine konkrete eigene Erinnerung an das Unfallgeschehen verfügt. Sie hat behauptet, im Unfall habe sich eine typische Tiergefahr verwirklicht, weil das Pferd unerwartet gescheut und unkontrolliert durchgegangen sei. Zum Sturz sei es gekommen, weil das Tier ins Unterholz durchgebrochen sei, wodurch sei mit einem Ast kollidiert und vom Pferd gefallen sei. Von der Beklagten als Tierhalterin hat sie Schadensersatz verlangt, u.a. ein Schmerzendgeld in der Größenordnung von 40 ...

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