Beuys-Fotos dürfen gezeigt werden

Ein brisanter Fall im Bereich des Urheberrechts wurde vor wenigen Tagen von dem Bundesgerichtshof entschieden und hat damit einen jahrelangen Rechtsstreit beendet. Im Ergebnis kann die Witwe des Künstlers Joseph Beuys dem Beuys-Museum Schloss Moyland die Ausstellung einer Fotoserie aus dem Jahr 1964, die ihren Mann bei der Erstellung eines Kunstwerkes zeigt, nicht verbieten.

Zum Sachverhalt:

Es ging um die Ausstellung von 18 Fotos einer Fett- und Schokoladenaktion von Jeseph Beuy aus dem Jahre 1964. Hierzu hatte das Beuys-Museum Schloss Moyland 18 Fotos ausgestellt. Die Witwe des Künstlers Joseph Beuys wehrte sich gegen diese Fotoausstellung und erwirkte vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf ein Urteil, wonach das Museum vor vier Jahren die Fotoserie abhängen musste. Dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof nunmehr auf. Die Klägerin argumentierte, dass die Fotos der Aktion eine sogenannte „unzulässige Bearbeitung“ des Kunstwerkes ihres Mannes darstellen würden. Dieser Argumentation ist der Bundesgerichtshof nunmehr nicht gefolgt.

Hintergrund:

Eine unzulässige Bearbeitung bzw. überhaupt eine Bearbeitung, die die Einwilligung des Urhebers erfordert, ist dann anzunehmen, wenn ein Werk der bildenden Kunst zwar verändert wird, aber im Wesentlichen immer noch das eigentliche Werk darin zu erkennen ist und dem Werk in der neuen Form seinen Charakter verleiht.

Joseph Beuy hatte vor 15 Jahren live in der ZDF-„Drehscheibe“ aus Margarineriegeln eine Fettecke hergestellt, mit Schokoladensoße ein Transparent gemalt und einen Spazierstock mit Fett verlängert ...

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