Was passiert mit dem gemeinschaftlichen Testament von Eheleuten nach der Scheidung?

Durchschnittlich hält eine Ehe in Deutschland 14 Jahre und 2 Monate, bevor sie vor dem Familiengericht geschieden wird. Nur was passiert mit dem gemeinschaftlichen Testament? Scheitert die Ehe und führt der Weg zum Familiengericht, müssen sich die Ehepartner neben den bekannten Scheidungsfolgen wie Zugewinnausgleich, Umgangsrecht und Versorgungsausgleich auch Gedanken bezüglich ihrer gemeinsam beschlossenen Erbfolgeregelung machen. Nach § 2268 I BGB ist das gemeinschaftliche Testament seinem ganzen Inhalt nach unwirksam, wenn die Eheleute sich scheiden lassen. Diese Rechtsfolge tritt automatisch ein, denn die Eheleute haben ihren gemeinsamen letzten Willen in der Erwartung niedergeschrieben, dass die Ehe lebenslang bestehen bleibt. Problematischer wird es erst in § 2268 II BGB. Danach bleibt das gemeinschaftliche Testament nämlich wirksam, wenn „anzunehmen ist“, dass die Anordnungen von den Eheleuten auch für den Fall der Scheidung getroffen sein würden. Sobald sich also feststellen lässt, dass unter anderem der gemeinsame Wille bei Errichtung des gemeinschaftlichen Testaments war, dass das Testament auch nach der Scheidung noch Geltung haben soll, bleibt es wirksam. Es ist auch möglich, dass das Testament aufrechterhalten wird, wenn z.B ...

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