Wohlgeformte Busen im Wettbewerbsrecht: Landgericht Dortmund untersagt Werbung für „straffende“ Lotion

Mit Eitelkeit ist durchaus Geld zu verdienen – der Anteil an Kosmetikprodukten in einem durchschnittlichen Fernseh-Werbeblock dürfte ein beredtes Bild zeigen. Etwas mit der Werbung übertrieben hat nun jedoch ein Hersteller, dessen Lotion als „unsichtbarer BH“ wirken und allerlei straffende und hebende Wirkungen auf die weibliche Brust entfalten sollte. Leider gelang vor dem Landgericht Dortmund der Nachweis dieser Wirkungen nicht (vgl. aktuell LG Dortmund, Urt. v. 24.08.2012, Az. 25 O 178/12).

Sachverhalt

Nein, es geht hier nicht um Sexismus in der Werbung: Das streitgegenständliche Produkt sollte bei den Anwenderinnen tatsächlich für wohlgeformte Brüste sorgen. Hierzu gab der Hersteller an, „N[…] Lotion“ könne über einen nach wie vor ungeklärten Wirkmechanismus schlaffe Brüste wieder anheben und straffen – und das in einer sensationellen Zeit. Im Einzelnen warb der Hersteller beispielsweise mit folgenden Wirkversprechen:

„Wohlgeformten Busen in 28 Tagen“, „für 74 %: Hautstraffung und Anhebung der Brustwarzen um 1,2 cm“, „für 66 %: Wohlformung des Busens“, „Tests beweisen: N[…] wirkt wie ein unsichtbarer BH, indem es die Haut an Brust und Dekolletee strafft, glättet und stärkt“, „Die durchgeführten Test an 45 Frauen im Alter von 30 bis 55 Jahren beweisen: N bringt den Busen wieder in Form – und das bereits nach 28 Tagen“, „N[…] wirkt wie ein unsichtbarer BH, indem die Haut an Brust und Dekolletee signifikant gestärkt wird. Als Folge davon findet eine Anhebung der Brustwarzen Richtung Kinn sowie eine Wohlformung des Busens statt“ Problemstellung: Strengeregel

Das (juristische) Problem an der Sache: Da „N[…] Lotion“ direkt am weiblichen Körper wirken soll, unterliegt das Produkt der sogenannten „Strengeregel“ des Wettbewerbsrechts ...

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