Geistige Anwesenheit genügt nicht

Auch im Zeitalter flexibler Arbeitszeiten sind die Freiheiten der Mitarbeiter nicht unbegrenzt. So urteilte unlängst das Bundesarbeitsgericht, dass in Fällen, in denen die Dauer der Arbeitszeit eines Mitarbeiters im Arbeitsvertrag nicht ausdrücklich geregelt ist, die betriebsübliche Arbeitszeit als vereinbart gilt – und zwar auch für außertarifliche Angestellte.

Außer Tarif = außer Haus?

Zu entscheiden war der Fall einer Arbeitnehmerin, die als Referentin beim Energiekonzern RWE in Essen beschäftigt war. Ihre Aufgabe war die Strategie der Gas-Vermarktung. Sie wurde als „außertarifliche Mitarbeiterin“ geführt und bezog ein Jahresgehalt in Höhe von 95.000 Euro. Nach dem Wortlaut ihres Arbeitsvertrages sollte sie „auch außerhalb der betriebsüblichen Arbeitszeit tätig werden“. Weitere Regelungen zur Arbeitszeit enthielt der Arbeitsvertrag nicht.

Die Referentin wurde aber weder außerhalb noch innerhalb der klassischen Arbeitszeiten aktiv. Vielmehr wies ihr Arbeitszeitkonto im Oktober 2010 700 Minusstunden auf ...

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