Geschlagen im Namen Gottes – Gewalt gegen Kinder

In evangelisch-freikirchlichen Familien werden Kinder häufig geprügelt. Außerhalb dieser Gruppe geht die Gewalt gegen Kinder deutlich zurück.

Es scheint einen Zusammenhang zwischen der Religiosität evangelisch-freikirchliche glaubender Eltern und der körperlichen Züchtigung ihrer Kinder zu geben. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN).

Auf Basis von zwei Befragungen von einmal knapp 45.000 Schülern der neunten Jahrgangsstufe und einmal einer Studie mit 11.500 Erwachsenen über erfahrenen Missbrauch und innerfamiliäre Gewalterfahrungen.

Die gute Nachricht am Anfang: in den vergangenen zwanzig Jahren hat die elterliche Gewalt in den Familien deutlich abgenommen, unabhängig davon ob konfessionslos, katholisch oder evangelisch. Insbesondere den Mädchen kommt dieses zugute, sie profitieren am meisten vom Rückgang. Wo vor zwanzig Jahren nur in jeder vierten Familie gewaltfrei erzogen wurde, haben sich die Zahlen hier verdoppelt. Mehr als die Hälfte der Elternhäuser lehnen Gewalt gegen Kinder kategorisch ab.

Ein erschreckend anderes Bild zeigt sich jedoch bei den Angehörigen des evangelisch-freikirchlichen Glaubens. Ihre Kinder werden weitaus häufiger Opfer häuslicher Misshandlungen. Bei den stärker bis stark religiös orientierten Familien leiden ein Viertel der Kinder und massiver Gewalt und gar jedes zweite Kind unter leichter Gewalt. Gewaltfreie Erziehung findet sich in noch nicht einmal einem Viertel dieser Familien.

„Die Befunde zu den evangelisch-freikirchlichen Familien fallen völlig aus dem Rahmen. Hier gilt: Je stärker die Eltern in ihrem Glauben verankert sind, umso mehr prügeln sie“, fasst der Leiter des KFN, Christian Pfeiffer, die Studienergebnisse zusammen ...

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