Über Falken und die Gefährlichkeit des Lesens für einen Strafverteidiger

Rechtsanwalt Gerd Meister mit Gipsarm

Mein Sozius Gerd Meister hat gestern seinen 55. Geburtstag gefeiert, nein, gerade nicht richtig feiern können, weil er sich eine Schleimbeutelentzündung im rechten Ellbogen zugezogen hat und deshalb statt ins Büro zum Krankenhaus gefahren ist. Wir haben ihn daher gar nicht zu Gesicht bekommen und auch nicht unsere Geschenke überreichen können, die in Anbetracht seiner Verletzung zum Teil ohnehin kontraindiziert sind. Da waren nämlich ein paar Bücher dabei.

Wie mir Gerd heute berichtete, hat er nicht etwa falsch gefummelt oder sonstige anrüchige Dinge getan, die zu seiner gesundheitlichen Misere geführt haben, sondern er hat am vergangenen Wochenende gelesen. “Falken” heißt der Roman von Hilary Mantel, ein wohl opulentes historisches Werk, in dem es unter anderem um Heinrich VIII. und um Thomas Cromwell geht, der den guten Gerd so fasziniert hat, dass er stundenlang mit aufgestütztem Ellbogen und anscheinend ohne nennenswerte Veränderung seiner Körperhaltung am Tisch gesessen und den geschichtsträchtigen Stoff in sich hineingefressen hat. Das Ergebnis ist auf dem obigen Foto zu sehen.

“Kann sogar sein, dass das operiert werden muss”, sagte mir der Gerd eben noch, bevor er zu einer hoffentlich nur kurzen Hauptverhandlung in Richtung des Mönchengladbacher Amtsgerichts entschwand, und das hat bei mir doch erhebliche Bedenken ausgelöst ...

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