Motorradunfall: Fahren ohne Motorradschuhe – Mitverschulden bei Unfall?

Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte über einen Motorradunfall zu entscheiden, bei welchem ein Motorrad mit einem PKW kollidierte und der Motorradfahrer ohne Motorradstiefel bzw. Motorradschuhe unterwegs war.

Der Fall:

Die Motorradfahrer befuhr eine Straße, auf welcher sich auf der rechten Seite Parkbuchten befanden. Ein PKW-Fahrer wollte rückwärts von einer solchern quer zur Fahrbahnrichtung angeordneten Parkbucht auf die Fahrbahn ausparken, wobei aufgrund eines neben diesen Pkw geparkten größeren Fahrzeugs eine Sichtbehinderung vorhanden war. Bei der Rückwärtsfahrt auf die Straße kam es zur Kollision mit dem Motorrad. Der Unfall der eignete sich so, dass der hintere Stoßfänger des PKW´s das Motorrad auf der rechten Seite im vorderen Bereich traf, wobei die Kollision an diesem Stoßfänger eine Öffnung mit scharfer Kante verursachte, an welche der Motorradfahrer mit seinem rechten Fuß geriet. Der Motorradfahrer war bekleidet mit einem Motorradhelm, einer Motorradjacke, Motorradhandschuhen sowie einer Arbeitshose und Sportschuhen. Der Motorradfahrer erlitt so schwere Fussverletzungen, dass eine distale Unterschenkelamputation am rechten Bein erfolgen musste.

Das zuerst mit dem Fall befasste Landgericht urteilte nach Einholung eines Sachverständigengutachtens eine Haftungsquote von 100 % zulasten des Autofahrers aus. Der beklagte Haftpflichtversicherer vertrat jedoch die Auffassung, dass sich der Motorradfahrer einen erhebliches Mitverschulden gegen sich selbst entgegenhalten lassen müsse, da er bei dem Unfall keine Motorradstiefel sondern lediglich leichte Sportschuhe getragen habe. Er vertrat die Auffassung, dass die Ansprüche des Motorradfahrers um mindestens 50 % zu kürzen seien und legte Berufung ein ...

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