Business in Russia hautnah – Folge 1: Russland boomt

Der Flieger nach Moskau ist ausgebucht. Bis auf den letzten Platz. Mit Russen, die das Wochenende in München verbrachten und jetzt ihre prallen Einkaufstüten mit exklusiven Geschenken für sich und ihre Lieben in die dafür viel zu kleinen Ablagen stopfen. Und mit emsigen Geschäftsleuten aus Deutschland und Europa, die in Russland meterhohe LKW-Reifen an Kohle- und Erzminen verkaufen, große Autos in Langversion mit Allrad und Vollausstattung an den Mann bringen oder auch ganze Fabriken und Logistikzentren in Sibirien schlüsselfertig errichten. Russland boomt!

Dieses Gefühl von moderner Goldgräberstimmung, das sich auf der hoffnungslosen Suche nach einem leeren Staufach für das eigene Handgepäck einstellt, täuscht nicht. Es wird von den jüngsten Zahlen bestätigt. So legte die russische Wirtschaft in 2011 um 4,3 Prozent und in 2012 um über 3,5 Prozent zu. Die Staatsverschuldung ist für europäische Verhältnisse relativ niedrig, die Arbeitslosenquote mit rund 5 Prozent gering. In manchen Boom-Regionen gibt es sogar nahezu Vollbeschäftigung und es herrscht Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Und das russische Portemonnaie ist gut gefüllt dank sprudelnder Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft, was sich wohl auch nicht ändern dürfte, solange der Ölpreis stabil bleibt.

Deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen

An diesem aktuellen Boom sind auch deutsche Unternehmen beteiligt. Nach Angaben der deutsch-russischen Außenhandelskammer sind über 6.000 deutsche Unternehmen vor Ort aktiv. Sie bilden damit die größte ausländische Kaufmannschaft. Deutsche Unternehmen – ob klein, ob groß – exportieren alles, was die russische Wirtschaft nicht leisten kann. Und das ist eine Menge: das flächenmäßig größte Land der Erde mit seinen unendlichen Weiten in Tundra und Taiga ist zwar reich an Bodenschätzen, wie Erdöl, Erdgas, Kohle, diverse Erze, Minerale und seltene Erden ...

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