Am Ende zählt nur noch der Hosenanzug. Zum NSU-Prozess im Jahre 2021.

2021.

Fünfhundertsiebenundzwanzigster Hauptverhandlungstag. Nach dreihunderteinunddreißig Befangenheitsanträgen und dem eintausendzwölften Beweisantrag der Verteidigung (man munkelt, ca. 300 hätte man sich sparen können, hätte die Verteidigung sich auch nur einmal beim Vorsitzenden entschuldigt) sitzen noch zwei Reporter im Gerichtssaal. Im Übrigen ist der Saal leer. Die beiden gähnen.

Dennoch wird an diesem Tag etwas geschehen, was den NSU-Prozess zumindest wieder auf Seite 3 der Tageszeitungen rücken wird. Die Angeklagte trägt einen neuen Hosenanzug. Mittlerweile berichten selbst seriöse Tageszeitungen nicht mehr über die Beweisaufnahme, sondern über Auftreten und Kleidung der Angeklagten.

Und über den Gerichtssaal selbst. Viele Jahre gab es einen Streit darüber, ob das Kruzifix im Gerichtssaal hängen darf oder nicht ...

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