Die große Stundentenkrankheit “Aufschieberitis” – auch Professoren sind davor nicht gefeit

Der Fachbegriff “Prokrastination” ist ein wenig sperrig, fast zu nah am Verständnis “Pro Kastration”, und das hört sich doch recht martialisch an. Daher sprechen wir lieber von “Aufschieberitis”. Obwohl ich im Vergleich zu vielen Kolleginnen und Kollegen meiner Zunft meine wissenschaftlichen Qualifikationsschriften in recht kurzer Zeit abgeschlossen habe, kann ich nicht von mir behaupten, dass ich Meister konzentrierten Arbeitens bin und mich von nichts ablenken lasse. Ganz im Gegenteil: Auch bei mir geht es mal um Interessantes im Internet, mal ums Bloggen/Facebook-Posting, mal Teetrinken mit meiner Frau, mal Whatsapp und was alles noch gibt. Jedenfalls sind die Möglichkeiten, sich ablenken zu lassen, in letzten Jahren enorm gewachsen. In meiner Kindheit in Istanbul gab es kein Telefon zu Hause (geschweige denn Smartphones), nur einen einzigen Fernsehkanal (auch noch staatlich) und reichlich Stromausfälle. So viele Bücher wie damals habe ich danach nur während der Abiturphase gelesen, um nicht fürs Abi zu lernen.

So sieht wohl ein typischer Aufschieberitis-Anfall aus:

“An diesem Nachmittag soll die Hausarbeit endlich fertig werden, schließlich war sie schon im letzten Semester fällig. Der Computer läuft, das Textdokument wartet, doch dann wandert die Maus noch kurz zu Facebook, das Telefon klingelt, und der Kühlschrank will auch noch gefüllt werden.”

An der Universität Münster gibt es sogar eine Prokrastinationsambulanz. Mittlerweile spricht man offen von einem “krankhaften Aufschiebeverhalten”.

Was kann man dagegen tun?

“Aus verhaltenspsychologischer Sicht ist das Aufschieben nachvollziehbar: Kurzfristig verschwinden unangenehme Gefühle wie Stress und Widerwille, die Zeit kann für schönere Dinge genutzt werden ...

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