“Haste mal einen Euro? Kriegst Du ganze Klinik von mir!”

Nun, die exakten Worten waren sicher anders.

Aber mehr als 1 Euro hat es nicht gekostet – das Klinikum, das Offenbach soeben verkauft hat.

An die Sana Kliniken AG. Die will – hört man - 110 Millionen Euro in das Klinikum investieren. Wie wahr oder nur symbolisch wie der eine Euro dann das Versprechen bleiben wird, wonach das Klinikum Offenbach das Klinikum der Offenbacher bleibe, wird die Zeit weisen. Für 1 Euro hätten sicher manche Offenbacher gern “ihr” Klinikum behalten. Wirklich behalten. Oder bekommen. Dummerweise hat eben offenbar kein Offenbacher ausser dem 1 Euro das weitere nötige Kleingeld in der (Hinter) Hand, um das Klinikum nicht nur zu be- und erhalten, sondern auch zu investieren. Das tut nun der neue Eigentümer.

Ältere Regeln sagen bekanntlich, wer zahle, schaffe auch an. On va voir, wessen Klinik das Klinikum Offenbach in einem Jahr sein wird. Gefühlt. Und real. Das wird recht schnell fühlbar werden beim Personal. Und mit einem etwaigen Stellenabbau dann auch beim Patienten. Denn wer sich ein ebenso offenes Bekenntnis in Zahlen wie „Das Klinikum Offenbach bleibt das Klinikum der Offenbacher“ in puncto Personalerhalt oder Stellenabbau erhofft, wartet hierauf bislang vergeblich.

Worte hingegen sind bereits deutlich genug:

“Es werde Veränderungen geben, doch der Umfang sei auch von Gesprächen mit dem Betriebsrat abhängig. Für einen „Sozialfond“ stelle der Sana-Konzern 20Millionen Euro bereit, nicht nur zur Aus- und Fortbildung, sondern auch für die Abfindung von Mitarbeitern.”

Betriebsratsgespräche. Abfindungen. Wer lesen kann, lese. NOCH klarere Worte in diesem Punkt werden aber sicher folgen. Wie sie lauten werden?

Was glauben SIE?

Ich denke mir: Für einen Euro ist vielleicht ein Klinikum zu bekommen. Aber: Für einen Euro sind Mitarbeiter bekanntlich nicht zu bekommen. Und Arbeitsplätze nicht zu erhalten.

Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse ...

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