Zankapfel Leitungswasserschaden

Der 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln hat am 12. Oktober 2010 entschieden (Az.: 9 U 64/10), dass sich der für den Gebäudeinhalt zuständige Leitungswasser-Versicherer in der Regel nicht auf Leistungsfreiheit berufen kann, wenn nach einem Rohrbruch im Rahmen zwingend notwendiger Reparaturarbeiten versicherte Sachen zerstört oder beschädigt werden.

Bei dem beklagten Versicherer hatte der Kläger für sein Wäschemodengeschäft eine gebündelte Geschäftsversicherung unter Einschluss des Leitungswasserrisikos abgeschlossen. Im Januar 2009 bemerkte ein unter dem Ladenlokal wohnender Mieter von der Decke herabtropfendes Wasser. Die von ihm benachrichtigte Hausverwaltung beauftragte daraufhin umgehend eine Sanitärfirma mit der Beseitigung der Ursache des Wasseraustritts. Der Monteur dieser Firma öffnete dazu in großem Umfang den Fußboden des Geschäfts um nach der Ursache zu suchen. Dabei stellte sich heraus, dass ein Heizungsrohr defekt war. Das hatte unter anderem zu einer Durchfeuchtung der hölzernen Fußbodenplatten geführt.

Vor Beginn der Reparaturarbeiten wurden weder die Waren noch die Geschäftseinrichtung abgedeckt, da während der Reparaturarbeiten nur eine Aushilfe in dem Laden anwesend war und der Kläger erst von der Sache erfuhr, nachdem die Arbeiten durchgeführt worden waren. Dadurch entstand an den Sachen ein erheblicher Schaden durch Staub, Schimmel und Bakterien.

Der Leitungswasser-Versicherer wollte nicht zahlen, als er vom Kläger in Anspruch genommen wurde.

Nach Ansicht des Versicherers war nicht etwa Leitungswasser die Ursache für den dem Versicherten entstandenen Schaden, sondern eine unsachgemäße Reparatur. Derlei Schäden seien aber nicht Gegenstand einer Leitungswasser-Versicherung ...

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