Verkehrssicherungspflichten bei einem Triathlon-Radrennen

Bei den Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht des Veranstalters eines Triathlon-Wettbewerbs können im Hinblick auf die Radstrecke nicht dieselben Maßstäbe angelegt werden wie bei einem klassischen Straßenradrennen. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass bei einem Triathlon – anders als bei einem Straßenradrennen – das Windschattenfahren verboten ist.

Mit dieser Begründung verneinte jetzt das Landgericht Heilbronn Schadensersatzansprüche eines über eine Bodenschwelle gestürzten Teilnehmers gegen den Veranstalter. Der Teilnehmer kann nach Ansicht des Landgerichts Heilbronn wegen des Sturzes gegen den Veranstalter weder Schadensersatzansprüche gemäß §§ 280 Abs. 1, 276, 31 analog BGB noch gemäß § 823 Abs. 1 BGB geltend machen, da der Veranstalter die ihm obliegende Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt hat.

Es bedarf deshalb für das Landgericht keiner abschließenden Beantwortung der Frage, ob mit der Anmeldung zur Teilnahme am Triathlon ein Vertragsverhältnis mit dem Veranstalter zustande gekommen ist oder ob die Veranstaltung des Triathlons im Hinblick auf die jedenfalls für die Mitteldistanz ausgelobten Geldpreise als Preisausschreiben – einen Unterfall der Auslobung – einzuordnen ist (§§ 661, 657 BGB), so dass zwischen den Parteien Rechtsbeziehungen im Sinne einer schuldrechtlichen Sonderverbindung zustande gekommen sind.

Die Veranstalterin des Triathlons war grundsätzlich verkehrssicherungspflichtig.

Sie musste als Veranstalterin des Wettbewerbs die Teilnehmer vor Gefahren schützen, die sich aus einer unzureichenden Organisation und Absicherung ergaben. Die Beklagte war für den Zustand und die Eignung der Rennstrecke und deren sichere Benutzungsmöglichkeit verkehrssicherungspflichtig. Eine Verkehrssicherung, die jede mögliche Verletzung von Rechtsgütern ausschließt, ist zwar nicht erreichbar ...

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